Live #29: Simple Plan (29.05.17, Hamburg & 07.06.17, Tilburg)

P1180038Wer mir auf Twitter und oder Instagram folgt, hat es in den letzten Tagen schon mehr als einmal gehört: Ich hab mir einen Jugendtraum erfüllt. Nach 10 Jahren war ich endlich zum ersten und dann auch direkt zum zweiten Mal auf einem Simple Plan Konzert. In der Zwischenzeit hab ich noch den Rock am Ring Auftritt geguckt. Was das heißen soll? Ich werde diese Band nicht mehr los. Sie hat sich in meinem Herz verbissen und lässt nicht mehr los.

Dementsprechend muss ich auch einfach darüber schreiben wie es live gewesen ist. Für euch, aber vor allem für mich. Immerhin ist das hier immer noch ein bisschen wie Tagebuch schreiben und ich möchte nichts von dem Vergessen was ich erlebt habe.

Am Montag bin ich also nach Hamburg gefahren und war tatsächlich doch wieder aufgeregt, weil ich eben zum ersten Mal alleine war. Also in einer fremden Stadt. Allerdings hat es dem ganzen Abend absolut keinen Abbruch getan. Ich hab mich wie schon bei Schrottgrenze direkt komplett wohlgefühlt als die Musik begonnen hat. Es ist schön Menschen um sich zu haben, die man mag. Es ist aber absolut nicht notwendig um einen guten Abend zu haben. Das habe ich definitiv an diesem Montag in der Herzstadt gelernt.

Besonders schön war es allerdings, dass mich die Musik bereits beim ersten Ton von I’d do anything überzeugt hatte. Ich hab nicht mehr als einen Song gebraucht, um voll und ganz da zu sein. Mit den Ohren, den Augen und dem Herz. Meine Angst, dass die Musik mir doch zu Pop-lastig sein könnte, war vollkommen unbegründet. Warum sollte ich Musik eben live nicht gut finden, die ich sonst so gerne höre, trotz ihrer Pop-Anteile?

Ich dachte aber immer, dass ich es nicht schaffen könnte noch eine Band in mein Herz zu lassen, aber genau das ist passiert. Das Band ist nur noch enger geworden und ich kann mir nicht vorstellen die Musik nicht mehr zu hören. Natürlich hat eine Band, die einen 10 Jahre begleitet sowieso schon einen Platz im Herzen, aber wenn man etwas zum ersten Mal live hören kann, dann wird es doch einfach immer nur noch mehr.

So viel mehr, dass ich den Gedanken daran Simple Plan auf unabsehbare Zeit nicht mehr live sehen zu können unerträglich finde. Die Patenkindmama sagte schon ganz richtig, dass ich es die letzten 10 Jahre geschafft habe und es jetzt auch weiterhin schaffe. Trotzdem ist der Gedanke komisch. Es ist auch komisch, dass ich diese Band in den letzten 2 Jahren irgendwie aus den Augen verloren habe, aber jetzt ist sie Gott sei Dank fest verankert und geht mir so schnell nicht mehr verloren.

Es war vor allem ein unbeschreiblich schönes Erlebnis all die Lieder, die mich seit Jahren begleiten endlich einmal live zu hören. Ich gebe zu: Im ersten Moment war es etwas befremdlich für mich, dass vor allem kaum Lieder vom selbstbetitelten Album zu hören waren, welches eben mein „Einstiegsalbum“ war neben vielen einzelnen Liedern vom ersten Album, aber immerhin ist das hier auch die 15th Anniversary Tour zu eben diesem Album No Pads, no Helmets  … Just Balls, das 2002 erschienen ist.

Dementsprechend bekamen wir das komplette erste Album in der richtigen Reihenfolge zu hören und eben einige Schmankerl aus den weiteren Alben. Am Mittwoch in Tilburg sogar Jet Lag, weil Chuck ihn unbedingt spielen wollte. Selten war ich einem Drummer so dankbar für eine Laune, denn Jet Lag ist und bleibt einer meiner liebsten Songs von Simple Plan. Persönliche Highlights waren definitiv aber auch Perfect und Welcome to my life.

Neben der Musik, die einfach keinen Deut langweiliger oder langsamer ist als auf den Alben, hat mich auch einfach gefesselt wie sympathisch diese 4 Menschen wirken, die nicht um die eine oder andere Ansage verlegen waren – klar gabs nicht jedes Mal ne neue zu bestimmten Liedern, aber ich lache ja auch über die selben doofen Sachen über Glatzen und der Zeit vor Twitter zweimal – und ab und an betonten wie schön das Publikum wäre. Oder auch mein Herz damit gebrochen haben zu sagen wie viel es ihnen bedeutet, dass sie eben wegen uns Musik machen können. Denken diese Musiker manchmal daran was sie uns geben? Wie sehr mir ihre Musik schon in allen Lebenslagen helfen konnte?

Man hat Chuck, Seb, Jeff und Pierre (David ist leider nicht auf der Tour dabei) einfach angesehen wie viel Spaß es ihnen macht auf dieser Bühne zu stehen und diese Lieder zu spielen. Wobei stehen hier eine glatte Lüge ist, so viel wie sie über die Bühne gerannt und gesprungen oder eben gestagedived sind. Diese Begeisterung und der Spaß an der Musik hat sich eben auch direkt auf den Zuhörer übertragen. Ich liebe eben diese Bands, die es schaffen, dass ich auf Konzerten mal den Alltag zurücklassen kann und ganz ich selbst bin. Indem sie einfach so sind wie sie sind.

Ich für meinen Teil werde diese beiden Abende sobald nicht mehr vergessen und kann es kaum erwarten wieder auf ein Simple Plan Konzert zu gehen. Egal was kommt oder sein wird: Ich werde irgendwann wieder dastehen und all diese wunderbaren Lieder mitsingen. Auch wenn ich dafür übers Wochenende wegfliegen muss, weil es sich nicht anders mit diesem „Alltag“ verbinden lässt.

Vermutlich werde ich noch die nächsten 3 Wochen nur über Simple Plan sprechen und möchte mich schon einmal vorsorglich bei euch allen dafür entschuldigen, aber ihr wisst ja doch wie ich bin, wenn ich etwas wirklich liebe. Ein paar Wochen muss ich es allen mitteilen und dann wird es langsam ruhiger, aber nur nach außen. Innerlich wird diese Band immer eine Herzensband sein.

„You still make my crazy little heart go Boom!“ (Simple Plan – Boom!)

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