„Alles was zählt ist der Text und die Musik“

Spätestens seit letztem Herbst sind KMPFSPRT nicht mehr aus der musikalischen Routine wegzudenken. Haben sie sich bereits 2014 des Öfteren live in mein Herz gespielt, habe ich erst im letzten Jahr das Album für mich entdeckt. Dementsprechend war es logisch für mich, dass ich mir das zweite Album, nach Jugend Mutiert (2014), direkt in die Sammlung holen musste. Intervention liegt jetzt seit dem 29.04 auf meinem Plattenteller und hat mich direkt überzeugt.

Beim ersten Hören wusste ich nicht genau, was so anders an diesem Album war. Dann habe ich plötzlich gedacht, dass es ruhiger ist, aber unterbewusst wusste ich, dass es das eben nicht ist. Intervention ist nicht einfach ruhiger. Intervention ist eben intensiv und gewaltig. An den richtigen Stellen ist es laut und an anderen Stellen eben leise. Insgesamt ist es nicht ruhiger geworden, sondern melodiöser und klarer. Vor allem der Gesang zeugt von dieser neuen „Klarheit“, aber wie immer hatte ich so meine Probleme alles auf Anhieb zu verstehen, aber dafür kann man sich glücklicherweise das Gatefold-Cover zum Mitlesen dazulegen, das mit einer gelungenen Gestaltung daherkommt. Im Übrigen ist das keineswegs böse gemeint, sondern eben dass was ich erwartet habe, denn KMPFSPRT wären eben nicht KMPFSPRT, wenn es zu klar und zu direkt verständlich wäre.

Eigentlich war mein Plan zu jedem Lied mindestens ein paar Worte zu verlieren, aber zu jedem Lied zu sagen, dass es mir gefällt, hat eben auch keinen Mehrwert, denn das kann ich zumindest schon sagen:  Auf Intervention ist kein Lied bei dem ich dachte, dass es nicht auf dieses Album gehört. Allerdings hatte ich bei KMPFSPRT auch nichts Anderes erwartet. Vor allem nicht nachdem „Intervention“ und „Ich hör‘ die Single nicht“ mich bereits live ziemlich mitgenommen haben.

„Intervention“ hat sich aber auch auf dem Album zu einem meiner liebsten Stücke entwickelt, weil es ein Lebensgefühl widerspiegelt. Vor allem in Kombination mit dem Video weckt es in mir Fernweh, ein breites Lächeln und absolute Zustimmung für dieses nicht erwachsen werden, keine Pläne machen, für das Leben. Am Rande: Ich habe keine Ahnung was ich da letzten Herbst so laut mitgesungen habe, weil ich den Text erst jetzt richtig verstanden habe.

KMPFSPRT haben es aber auch geschafft mich mit dem Text zu einem Lied schon von diesem zu überzeugen ohne dass ich es gehört habe. Den Text zu „Lichter“ habe ich gelesen, während „Ich hör‘ die Single nicht“ noch lief und ich war unfassbar gespannt darauf wie es umgesetzt wird. Die musikalische Umsetzung war im Endeffekt anders als erwartet, aber nach mehrmaligen Hören eben auch genau richtig.

Mit „Antithese“ haben KMPFSPRT ein, leider, immer noch wichtiges Thema angeschnitten und so gut wie ich das Lied auch finde, wäre es mir lieber, wenn wir uns nicht mehr mit diesen „Ich bin kein Nazi, aber ..“-Typen rumschlagen müssten. Die „Schrei nach Liebe“ Zeile ist hier wohl meine liebste.

Aber auch „Wir bleiben wach“ mit diesem wunderschönen Duett, das einfach harmonisch klingt und ein gelungenes Zusammenspiel zweier Stimmen präsentiert, und „Löschen.Zurückspulen.“ mit seinem Text, vor allem „Ich habe keine Zeit für Zeitverlust“, haben mich überzeugt.

Ich könnte jetzt wirklich noch zu jedem Lied ein paar Worte verlieren, aber manchmal fehlen mir ehrlich gesagt auch diese Worte oder dass was ich denke wird dem einfach nicht gerecht, was ich ausdrücken möchte. Ich bin auf verschiedene Art und Weisen sehr verliebt in jedes einzelne Lied. Lob und Dankbarkeit möchte ich auch noch einmal für die beiden zusätzlichen Lieder auf der CD aussprechen. Vor allem bei „Schöner Scheitern“ bin ich beinahe etwas traurig, dass es nicht auf dem Vinyl gelandet ist, aber ich wüsste wirklich nicht, welches Lied ich dafür eintauschen wollen würde.

Insgesamt ist Intervention eben immer noch „typisch“ KMPFSPRT. Voller Energie und Texte, die sich irgendwann einfach festbrennen und genau auf den Punkt treffen. Aber trotzdem nicht mit Jugend Mutiert vergleichbar und genau das ist wichtig. Man kann und sollte diese Alben einfach nicht vergleichen. Nicht einmal einzelne Songs. Intervention ist trotz seiner Eigenschaft „typisch“ KMPFSPRT zu sein keine Jugend Mutiert 2.0 geworden.

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