Zoobesuch mit Folgen

Ich muss mir jetzt dringend mal ein paar Gedanken von der Seele schreiben, damit sie vielleicht aus meinem Kopf verschwinden können oder zumindest nicht mehr so präsent sind. Dafür sollte so ein Blog ja auch mal da sein. Also geht es heute halt um Zoos und Tiere.

Letztes Wochenende war ich mit meinen kleinen Cousinen (5 und 10) im Duisburger Zoo. An sich gehe ich seit ich klein bin total gerne in den Zoo, aber bei meinen letzten Besuchen sind mir immer mehr Sachen aufgefallen, die mich total stören und mich zum nachdenken angeregt haben. Vor allem die Delfinshow, die wir uns angesehen haben und die ich als Kind (und auch letztes Mal) immer sehr toll fand.

Da fängt das alles aber schon an. Sollten wir Delfine wirklich im Zoo halten? Ich weiß, dass unser Delfinarium als sehr modern gilt und auch die Zucht scheint einige Erfolge zu haben und das ist doch ein wichtiger Faktor. Vor allem wenn es um bedrohtere Arten geht als es Große Tümmler sind. Andererseits schwimmen sie doch in viel zu kleinen Becken. Egal wie man es dreht und wendet. Andererseits sieht man sie doch nie in freier Wildbahn. Man sieht ich bin sehr zwiegespalten.

Auch was andere Dinge angeht. Ich finde es toll, dass die neuen Gehege alle sehr Lebensraum nah gestaltet sind und den Tieren mehr bieten als nur Betonplatten wie es früher war. Andererseits gibt es immer noch irre vieler dieser alten Anlagen, die ich für vollkommen unzureichend und nicht gut empfinde. Vor allem das Becken der Flussdelfine, dass 20 Jahre viel zu klein war und dann gab es vor ein paar Jahren ein größeres Becken. Einer der Delfine verstarb kurz darauf. Er hatte also nichts mehr davon. Kam die Investition nicht viel zu spät? Müsste man nicht auch Geld in die Renovierung stecken und nicht in immer neue Gehege?

Geht es den Tieren überhaupt gut oder dreht der Tiger immer die selbe Runde in seinem Revier, weil er wahnsinnig wird? Er bekommt jetzt auch endlich etwas neues gebaut Das alte Walbecken wird endgültig umgestaltet, aber warum musste man das erst 10 Jahre verkommen lassen bevor man sich überlegt hat dem Tiger etwas neues zu bieten? Übrigens find ich Walhaltung in Zoos absolut nicht richtig. Auch hier gebe ich zu, dass ich froh bin sie einmal gesehen zu haben, aber das war die Ausnahme. Wale sind Tiere, denen man keine artgerechte Unterbringung bieten kann! Ich finde genau das muss immer abgewogen werden und diese neue Art Anlagen zu gestalten, halte ich für einen richtigen Schritt.

Wenn es so weiter geht, bin ich vielleicht bald nicht mehr so kritisch, denn wenn ich ehrlich bin, sind Zoos in meinen Augen doch wichtig, weil man viele der Tiere sonst nicht sehen würde und vor allem für Kinder ist es doch wichtig Dinge mit ihren eigenen Augen sehen zu können. Es muss nur alles richtig umgesetzt werden. Aber auch die oben angesprochene Arterhaltung ist in meinen Augen wichtig. Es gibt einfach zu viele Arten, die bedroht sind, aber durch Zoos erhalten werden können.

So das wars. Zoos ja, Beton nein.

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4 Antworten zu Zoobesuch mit Folgen

  1. Hm, ich kann deinen Zwiespalt durchaus verstehen…
    Ich persönlich meide Zoos so gut es geht, denn was ich da so zu Gesicht bekomme, gefällt mir einfach nicht…Man trifft leider immer noch zu oft auf apathische Tiere, die im Gehege hin- und herlaufen und bei meinem letzten Zoobesuch vor gut ca. 2 Jahren durften Kinder auf einem an der Kette geführten Elefeanten in einem kleinen Kreis reiten (selbige Aktion wurde auch wieder in diesem Jahr beim Zoofest angeboten). Das fand ich sowohl den Kindern (es hätte gefährlich werden können, bei so einem großen Tier) als auch dem armen Tier gegenüber, das jene Prozedur Stunden lang über sich ergehen lassen musste, unverantwortlich.

    Liebe Grüße 🙂

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    • merchmaedchen schreibt:

      Ohja .. ich finde bei den Tieren in den neuen Anlagen ist es nicht so schlimm, aber vor allem der Tiger in unserem Zoo kommt mir da in den Sinn. Ich hab ihn noch nie etwas anderes machen sehen als im Kreis zu laufen.

      Wie bitte?! Das kann doch wohl nicht wahr sein? Ich finde dieses Ponyreiten auf der Kirmes ja schon schlimm, aber das ist jawohl die Höhe. Man muss dazu sagen früher konnte man bei uns die Elefanten füttern bei Führungen, aber das gibt es auch nicht mehr, weil es der Lebensweise der Elefanten widerspricht, aber Elefantenreiten ist jawohl abartig.

      Liebe Grüße

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  2. Diana schreibt:

    Ich meide Zoos auch. Ich kann schon verstehen, dass man Interesse daran hat, WIldtiere mal live zu sehen, auch wenn es nicht deren natürliche Umgebung ist. Ich bekomme dabei aber irgendwie ein beklemmendes Gefühl. Wichtiger finde ich den Versuch den natürlichen Lebensraum zu erhalten / nicht weiter zu zerstören (Wildparks etc.). Selbst wenn die Elefanten oder Tiger bald in freier Wildbahn ausgerottet sein werden (durch Menschenverschulden), ist es dann tatsächlich richtig, dass wir noch ein paar Exemplare in Gefangenschaft halten? Auch wenn die Zootiere niemals ausgewildert werden (können)? Für welchen Zweck? Nur für unser Vergnügen? Oder ist es dann nicht besser sich einzugestehen, dass wir diese Lebewesen ausgerottet haben? Ich finde Kinder müssen Wildtiere nicht unbedingt mal live gesehen haben, da fände ich es sogar besser ihnen Filme oder Bücher zu zeigen, die die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung präsentieren.

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    • merchmaedchen schreibt:

      Ich kann deine Haltung echt sehr gut nachvollziehen! Wildparks usw finde ich insgesamt auch eine angenehmere Lösung.
      Ich find insgesamt ist die ganze Sache einfach ein sehr heikles Thema bei dem ich persönlich es schwer finde eine Antwort zu finden, die allem gerecht wird.
      Ich glaube Kindern wollen viel noch mit eigenen Augen sehen können, aber inwiefern man das als Elternteil zulässt ist jedem selbst überlassen. Ich glaube man muss an der Stelle immer im Hinterkopf behalten, dass man egal wie man sich entscheidet klar macht, dass es für die Tiere nicht schön ist. (Hab ich bei meinen Cousinen auch gemacht, aber da ist ja dann schon wieder die Frage inwieweit Kinder das verstehen können.)
      Natürlich hat die Spezies nichts davon noch in „Restbeständen“ da zu sein, aber der Mensch beruhigt dann doch wieder sein Gewissen gegenüber der Tatsache, dass Ewigkeiten keine Gedanken an die Tiere verschwendet wurden, die man „einfach so“ ausrottet.
      Wie gesagt bin ich mittlerweile sehr zwiegespalten was die ganze Sache angeht und bin sehr froh darüber, dass ich allmählich ein Bewusstsein dafür entwickel.

      Liebe Grüße

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