Live #1: Casper (22.08.2014, Zeltfestival Bochum)

Wie könnte man sein neues Herzensprojekt besser starten als mit einem wunderbaren Konzert mit wunderbaren Musikern. Es heißt also alles auf Anfang und mit Vollgas zurück ins Musikblog führen.

Sehr Persönlich, wenig professionell, aber mit ganz viel Liebe.

Den Anfang macht also mein gestriges Casper Konzert, das natürlich mit einer hervorragenden Planung anfing. Nicole musste sich ja dringend noch eine Wohnung angucken und dann hatte ich die super Auswahl zwischen 9 km Stau und ebenso viel stockendem Verkehr! Trotzdem kamen wir zeitig in Bochum oder Witten, man ist sich da nicht so sicher, an und pünktlich zur Ankunft beginnt es dann auch aus den Wolken zu tropfen. Ich hab natürlich an den Sommer geglaubt und war dementsprechend etwas unterkühtl angezogen. Wenn es beim Tropfen geblieben wäre: kein Problem. Aber pünktlich nach 45 Minuten anstehen, schüttete es dann aus Eimern und ich bin pitschnass ins Zelt gestolpert.

Wie immer hab ich dann auch mein eigenes Vorhaben mehr oder minder gebrochen, denn nach der Hurricane Erstickungsgefahr Aktion beim Casper Auftritt wollte ich ja doch lieber an den Rand oder weiter nach hinten. Im Endeffekt endeten wir in der 3. Reihe relativ weit links, aber ich hatte ne super Sicht. Vielleicht in der Hinsicht dann doch alles richtig gemacht.

Dann hieß es natürlich noch einmal warten und ich bin ja ein großer Fan von kleinen Mädchen, die ihre Freundinnen suchen und direkt hinter mir in ihr Telefon brüllen: „Mach mal Arm hoch. Mach mal!“ und das geschlagene 5 Minuten. Ich wäre aber nicht so fangirlig wie ich nun einmal bin wenn ich mir von sowas die Laune vermiesen lassen würde. Außerdem hatte ich dank der Werbeeinbledungen Angst davor einen Ohrwurm von einem Kinderlied zu haben. Trotzdem kurze Antifan Attacken.

Nach Marteria, Kraftklub und Bruno Mars als „Aufwärm“-Songs turnte Casper dann auch schon auf die Bühne während der Rest gemächlich zu ihren Instrumenten schritt. Konrad konnte schon einen Moment eher betrachtet werden und ich frage mich wirklich wo ich war als er erwachsen geworden ist so mit neuer Frisur und Bart!

Casper hüpfte und rappte sich nun also erst einmal durch ein paar Songs und wie sollte es anders sein eskalierte das Publikum schon im ersten Song. Zumindest mittig. Ich stand ja wie gesagt außen und hatte es eigentlich recht entspannt. Wenig kreischig, aber trotzdem sehr schön zum hüpfen und Handys von anderen Menschen aus der Hand schlagen. Pure Eskalation sozusagen. Mit der Nicole neben mir bei der ich immer denke, dass es ihr nicht gefällt, weil sie eher so der bewegunslose Genießer ist und meiner kleinen Schwester, die sich wie immer von uns wegtreiben ließ und wahrscheinlich viel mehr gesehen hat als wir, war es also ganz schön soweit vorne.

Wie immer ein sehr erheiternder Moment ist natürlich das altbekannte „Welche Hälfte der Halle kreischt lauter?“-Spiel. Anmerkung: Du warst definitiv auf zu vielen Casper Konzerten wenn du mitsprechen kannst.
„Unentschieden.“ – „Das hat es noch NIE gegeben!“.
Trotzdem ist dieser Moment eigentlich immer einer der Besten auf jedem Casper Konzert, welches ich so besuche. Übrigens war auch die Aussage „Wie siehts mitm Ende vom Studium aus“ noch nie so ergreifend wie in der Studienstadt. Bei meinen finanziellen Ausgaben für Konzerte werde ich auch einfach nie fertig. No money für Gebühren. Könnte ich das nicht eigentlich Crowdfunden?
Erheiternd war aber auch die Umdichtung von „So perfekt“ auf „Michbeck findet dich süß“ und alles andere was der Michbeck so veranstaltet hat. Ihr eingeschworen Casper anstarrenden Mädchen: Achtet auf Michbeck und den Trompetenboy, dessen Name mir spontan entfiel, wenn ihr mal ein bisschen was zum amüsieren haben wollte. Vor allem der Michbeck legt grandiose Tanzeinlagen ein wenn er gerade nicht an der Gitarre eskalieren muss. Hier sollten aber dann auch Korbach und Daniel genannt werden, die wunderschön synchron rumhüpfen können. Purer Wahnsinn also.
Noch besser war, aber als Casper uns auf die andauernden „Ausziehen“ rufe pantomimisch erklärt hat, dass wir alle kotzen müssten wenn wir seine „Wampe“ sehen würden. Pantomime kann er. Bin trotzdem für ausziehen.

Um jetzt auch mal endlich was zur Musik zu sagen, die ja eigentlich der Hauptgrund dieses Posts sein sollte:

Ich liebe Casper auf Platte. Ich liebe Casper live. Musikalisch ist es einfach auch in meinem Kopf mittlerweile (vielleicht auch erst seit gestern Abend) komplett gerechtfertigt, dass teilweise mit 3 Gitarren gearbeitet wird. Die komplette Band weiß einfach wie man die Massen unterhält und für Stimmung sorgt. Muskalisch einfach top!
Ab und an hat der Casper zwar mal ein paar kleine Worte verschluckt, aber damit kann ich auch leben. Sowas ist einfach nur menschlich. Genau wie sich beim Ansagen machen verhaspeln. Er zeigt uns ja schließlich oft genug wie gut er rappen kann. Alleine diese „Halbe Mille“ Mischmaschversion ist jawohl grandios für die Ohren. Davon ab bin ich stark für nen Album im „Halbe Mille“ Stil. Um jetzt auch noch die letzten Hip Hop Vokalben einfließen zulassen: Ich steh halt auf den Beat. Vor allem in „Blut sehen“.

Was mich wie jedes Mal zum weinen gebracht hat, war „Ariel“. Ich kann diesen Song nicht einmal auf Platte hören ohne zu weinen und dieses Klirren ist für mich der schönste Moment auf der ganzen Platte. Wie diese zwei Töne in „Unzerbrechlich“. Aber auch das „Grizzly Lied“ bringt mich zum weinen und nach Absprache mit Nicole wurde mir bewusst, dass ich den dritten Song bei dem ich gestern Abend Tränen vergossen habe, schon gestern vergessen hatte. Upps. Vielleicht war es „20qm“.

Am Rande: Ich wäre für mehr alte Songs wie „Hin zur Sonne“ und „Unzerbrechlich“, aber davon ab ist die Setlist immer mehr als perfekt. Außerdem will ich nicht so ein nerviges „Früher war das viel .. punkiger passt hier ja nicht .. rappiger“-Mädchen sein.

Songs zum weinen, Songs zum feiern, Songs zum mitgröhlen. Von allem etwas.
Casper Konzerte sind emotional für mich halt echt was besonderes. Ich lebe Musik ja irgendwie immer und dann weine ich auch oder lache oder feier einfach alles. Selten so viel Liebe für Musik empfunden wie seit der Zeit in der ich Casper kenne.

Bevor ich es vergesse: Ich habe mein Talent entdeckt. Ich lichte Musiker auf den wenigen Erinnerungsfotos, die ich mache in wahnsinns Posen ab.
Als Beispiel dient mit an dieser Stelle folgendes Foto, welches noch durch die „Er muss dringend zur Toilette“ und „Besäuft sich auf der Bühne“-Bilder ergänzt werden könnte:

Dementsprechend viel Liebe für den Abschluss meiner Festivalsaison. Dieser Bericht war mir ein inneres Blumenpflücken.

Annika

Ps. Liebe in einem Bild ist übrigens das hier. Danke an den Herzchen zeigenden Menschen vor mir!

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