Ohrwurmpotenzial #2: Juni

Und weiter gehts mit den Ohrwürmern oder solche Lieder, die es noch für euch werden könnten. Ich gebe zu, dass es im Juni nicht allzu viele Lieder waren. Wie hat Julie vorhin auf ihrem Blog so schön geschrieben:

Mein Musikgeschmack ist genauso einseitig wie ein Konzert von Helene Fischer.

Wohlgemerkt war ich noch nie bei Helene Fischer, aber einseitig trifft es ganz gut. Um genau zu sein habe ich in den letzten 4 Wochen beinahe ununterbrochen die Simple Plan Alben gehört. Auf dem Weg zur Uni? Simple Plan. Auf dem Weg zur Arbeit? Simple Plan. Auf dem Plattenteller, wenn es mal nicht zu heiß war? Simple Plan.

Dazwischen hab ich allerdings noch eine neue Serie für mich entdeckt, deren Titellied ich ziemlich schön finde. Die zwei Staffeln Versailles habe ich, aber nicht nur wegen diesem, in 1,5 Wochen gesehen. Klausurvorbereitung? Fehlanzeige.

Vielmehr habe ich diesen Monat tatsächlich nicht getan. Außer bisschen in Flensburg Musik (Turbostaat) hören und nach Holland fahren (hier bei Lust und Laune nachzulesen). Ziemlich mau also für einen musikalischen Rückblick.

Allerdings kam auch noch das neue Montreal Album, das ich dann tatsächlich auch gerade eben noch im Juni gehört habe.

So viel also im Allgemeinen zum Juni. Jetzt kommt die Musik:

Simple Plan – I don’t wanna be sad: Ich gebe zu diesen Monat haben sich die schlechten Momente in Grenzen gehalten. Ein bisschen Bandvermissung und traurig sein hier und da, aber nichts gravierendes. Zum Glück. Trotzdem weiß ich, dass mir dieses Lied wohl an schlechten Tagen ein gutes Beispiel sein wird (und ich hoffe, dass es das auch für euch sein kann), denn:

And I know, some days will be bad
But I don’t wanna be sad sad sad no more

(Simple Plan – I don’t wanna be sad)

M83 – Outro: Bereits das kurze Opening bei Versailles hat mir schon gut gefallen, aber das Lied in seiner kompletten Länge ist tatsächlich noch um einiges eindrucksvoller. Eigentlich nicht unbedingt mein Geschmack, aber man lässt sich doch gerne von neuer Musik überraschen. Mit seinen fast 7 Minuten allerdings auch ein ziemlich langes Stück. Mit nur einer Strophe.

Montreal – Hör auf deine Freunde: Hört auf mich, wenn ich euch sage, dass das Montreal Album wirklich super ist. Ich konnte mich gerade auch wieder einmal nicht wirklich gut auf ein Lied festlegen. Das gesamte Album ist wirklich gelungen. Typisch, Montreal, aber das heißt zum Glück nichts schlechtes. An der Stelle also mal wieder eine Empfehlung für ein ganzes Album.

Das wars allerdings tatsächlich schon. Ich hoffe, dass ich es im Juli vielleicht noch einen Ticken besser hinbekommen werde unterschiedliche Musik zu hören und vor allem auch ein paar neue Titel oder ganz alte wiederentdecke.

 

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Live #29: Simple Plan (29.05.17, Hamburg & 07.06.17, Tilburg)

P1180038Wer mir auf Twitter und oder Instagram folgt, hat es in den letzten Tagen schon mehr als einmal gehört: Ich hab mir einen Jugendtraum erfüllt. Nach 10 Jahren war ich endlich zum ersten und dann auch direkt zum zweiten Mal auf einem Simple Plan Konzert. In der Zwischenzeit hab ich noch den Rock am Ring Auftritt geguckt. Was das heißen soll? Ich werde diese Band nicht mehr los. Sie hat sich in meinem Herz verbissen und lässt nicht mehr los.

Dementsprechend muss ich auch einfach darüber schreiben wie es live gewesen ist. Für euch, aber vor allem für mich. Immerhin ist das hier immer noch ein bisschen wie Tagebuch schreiben und ich möchte nichts von dem Vergessen was ich erlebt habe.

Am Montag bin ich also nach Hamburg gefahren und war tatsächlich doch wieder aufgeregt, weil ich eben zum ersten Mal alleine war. Also in einer fremden Stadt. Allerdings hat es dem ganzen Abend absolut keinen Abbruch getan. Ich hab mich wie schon bei Schrottgrenze direkt komplett wohlgefühlt als die Musik begonnen hat. Es ist schön Menschen um sich zu haben, die man mag. Es ist aber absolut nicht notwendig um einen guten Abend zu haben. Das habe ich definitiv an diesem Montag in der Herzstadt gelernt.

Besonders schön war es allerdings, dass mich die Musik bereits beim ersten Ton von I’d do anything überzeugt hatte. Ich hab nicht mehr als einen Song gebraucht, um voll und ganz da zu sein. Mit den Ohren, den Augen und dem Herz. Meine Angst, dass die Musik mir doch zu Pop-lastig sein könnte, war vollkommen unbegründet. Warum sollte ich Musik eben live nicht gut finden, die ich sonst so gerne höre, trotz ihrer Pop-Anteile?

Ich dachte aber immer, dass ich es nicht schaffen könnte noch eine Band in mein Herz zu lassen, aber genau das ist passiert. Das Band ist nur noch enger geworden und ich kann mir nicht vorstellen die Musik nicht mehr zu hören. Natürlich hat eine Band, die einen 10 Jahre begleitet sowieso schon einen Platz im Herzen, aber wenn man etwas zum ersten Mal live hören kann, dann wird es doch einfach immer nur noch mehr.

So viel mehr, dass ich den Gedanken daran Simple Plan auf unabsehbare Zeit nicht mehr live sehen zu können unerträglich finde. Die Patenkindmama sagte schon ganz richtig, dass ich es die letzten 10 Jahre geschafft habe und es jetzt auch weiterhin schaffe. Trotzdem ist der Gedanke komisch. Es ist auch komisch, dass ich diese Band in den letzten 2 Jahren irgendwie aus den Augen verloren habe, aber jetzt ist sie Gott sei Dank fest verankert und geht mir so schnell nicht mehr verloren.

Es war vor allem ein unbeschreiblich schönes Erlebnis all die Lieder, die mich seit Jahren begleiten endlich einmal live zu hören. Ich gebe zu: Im ersten Moment war es etwas befremdlich für mich, dass vor allem kaum Lieder vom selbstbetitelten Album zu hören waren, welches eben mein „Einstiegsalbum“ war neben vielen einzelnen Liedern vom ersten Album, aber immerhin ist das hier auch die 15th Anniversary Tour zu eben diesem Album No Pads, no Helmets  … Just Balls, das 2002 erschienen ist.

Dementsprechend bekamen wir das komplette erste Album in der richtigen Reihenfolge zu hören und eben einige Schmankerl aus den weiteren Alben. Am Mittwoch in Tilburg sogar Jet Lag, weil Chuck ihn unbedingt spielen wollte. Selten war ich einem Drummer so dankbar für eine Laune, denn Jet Lag ist und bleibt einer meiner liebsten Songs von Simple Plan. Persönliche Highlights waren definitiv aber auch Perfect und Welcome to my life.

Neben der Musik, die einfach keinen Deut langweiliger oder langsamer ist als auf den Alben, hat mich auch einfach gefesselt wie sympathisch diese 4 Menschen wirken, die nicht um die eine oder andere Ansage verlegen waren – klar gabs nicht jedes Mal ne neue zu bestimmten Liedern, aber ich lache ja auch über die selben doofen Sachen über Glatzen und der Zeit vor Twitter zweimal – und ab und an betonten wie schön das Publikum wäre. Oder auch mein Herz damit gebrochen haben zu sagen wie viel es ihnen bedeutet, dass sie eben wegen uns Musik machen können. Denken diese Musiker manchmal daran was sie uns geben? Wie sehr mir ihre Musik schon in allen Lebenslagen helfen konnte?

Man hat Chuck, Seb, Jeff und Pierre (David ist leider nicht auf der Tour dabei) einfach angesehen wie viel Spaß es ihnen macht auf dieser Bühne zu stehen und diese Lieder zu spielen. Wobei stehen hier eine glatte Lüge ist, so viel wie sie über die Bühne gerannt und gesprungen oder eben gestagedived sind. Diese Begeisterung und der Spaß an der Musik hat sich eben auch direkt auf den Zuhörer übertragen. Ich liebe eben diese Bands, die es schaffen, dass ich auf Konzerten mal den Alltag zurücklassen kann und ganz ich selbst bin. Indem sie einfach so sind wie sie sind.

Ich für meinen Teil werde diese beiden Abende sobald nicht mehr vergessen und kann es kaum erwarten wieder auf ein Simple Plan Konzert zu gehen. Egal was kommt oder sein wird: Ich werde irgendwann wieder dastehen und all diese wunderbaren Lieder mitsingen. Auch wenn ich dafür übers Wochenende wegfliegen muss, weil es sich nicht anders mit diesem „Alltag“ verbinden lässt.

Vermutlich werde ich noch die nächsten 3 Wochen nur über Simple Plan sprechen und möchte mich schon einmal vorsorglich bei euch allen dafür entschuldigen, aber ihr wisst ja doch wie ich bin, wenn ich etwas wirklich liebe. Ein paar Wochen muss ich es allen mitteilen und dann wird es langsam ruhiger, aber nur nach außen. Innerlich wird diese Band immer eine Herzensband sein.

„You still make my crazy little heart go Boom!“ (Simple Plan – Boom!)

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Bist du ein Groupie? – Nein. Nur ein ganz normaler Fan, wie du!

„Und ihr seid Groupies, oder?“

Fragen wie diese sind leider keine Seltenheit, wenn man als Frau* auf Konzerte geht. Ob es jetzt Pop, Punk oder Rock ist, als Frau (oder als als weiblich gelesene Person) bekommt man nicht selten einen Stempel aufgedrückt.

Wenn man dann auch noch mehr als ein Konzert der gleichen Band sieht, dann ist das Urteil meistens schnell gefällt: Die ist nicht wegen der Musik da, sondern weil sie auf die Band steht. Ist doch klar!

An dieser Stelle muss ich kurz einhacken: Ich persönlich bin noch nicht oft in den „Genuss“ einer solchen Nachfrage gekommen, aber die wenigen Male haben mir gereicht und was ich ansonsten aus dem direkten Umfeld höre, ist Anlass genug für diesen Post:

Frauen als Groupies zu bezeichnen, weil sie die Musik einer Band gut finden, ist und bleibt respektlos, sexistisch und widerlich. Ich weiß nicht, ob ihr euch cool findet, wenn ihr solche Urteile über Menschen bildet, aber ihr seid es nicht. Lasst es bleiben.

Frauen können genauso wie Männer die Musik einer Band gut finden. Frauen können genauso wie Männer mehrere Konzerte einer Tour sehen oder die komplette Tour. Frauen können genauso wie Männer zu Bandmitgliedern sagen „Das war eine geile Show!“. Frauen können genauso wie Männer ein Bier mit der Band trinken.

In der Theorie.

In der Praxis wird man als Frau häufig direkt als Groupie bezeichnet.

Schon mal gehört, dass ein Mann gefragt wurde, ob er ein Groupie ist? Also ich für meinen Teil ja nicht und da sind wir auch schon am Grund des Problems.

Warum ist es so schwierig zu akzeptieren, dass Frauen eine Band genauso für ihre Musik mögen können wie Männer? Wieso können Frauen nicht auch einfach einer Band hinterherreisen ohne das sie direkt in eine Schublade gesteckt werden? Warum wird das Verhältnis von Frauen zu Bandmitgliedern direkt auf diese Art und Weise sexualisiert?

Merkt ihr eigentlich, dass ihr uns mit dem Begriff Groupie beleidigt? Das man den Begriff, genauso wie jede andere Beleidigung, nicht einfach nutzen sollte, um „lustig“ zu sein oder ohne überhaupt über die Bedeutung nachzudenken?

Natürlich sagt man als Mensch auch mal, dass Bandmitglied XY gut aussieht, aber auch das macht uns nicht zum Groupie oder zu Menschen, die nur die Absicht haben mit der Band zu schlafen und deshalb auf den Konzerten sind.

Schöne Menschen sieht man immer wieder und überall. Unabhängig von ihrem Beruf. Wenn man einen schönen Menschen auf der Straße sieht, sagt man doch auch zu seinen Freunden „Ich hab jemand schönes gesehen.“ Ich sage zu meinen Freundinnen und Freunden ebenfalls, dass sie wunderschöne Menschen sind, hab ich jetzt sexuelles Interesse? Nein.

Nur weil sie im hier beschrieben Fall Musiker sind und wir wegen ihrer Musik ihre Konzerte immer und immer wieder sehen, heißt es nicht, dass wir ein sexuelles Interesse haben. Trotzdem bist du ein Groupie, wenn du Musik liebst. Wenn du dann noch sagst, dass Musiker XY schön ist, dann ist in den Köpfen mancher Menschen alles vorbei.

Die Alarmglocken surren: „OMG SIE FINDET IHN SCHÖN DIE WILL MIT IHM INS BETT VON WEGEN SIE IST WEGEN DER MUSIK HIER!!!!“

Kommt runter, ja? Atmet mal tief durch und denkt darüber nach, wie sehr ihr manche Menschen mit euren Aussagen verletzt. Wie sehr das Selbstwertgefühl von Frauen unter euch leidet.

Ich möchte nicht wissen wie viele Frauen ihre Liebe zur Musik schon aufgegeben haben, weil sie sich immer wieder mit dem Begriff Groupie konfrontiert gesehen haben. Frauen, die sich auf Konzerten nicht mehr wohlgefühlt haben. Auf Konzerten, die eigentlich für jeden Menschen, der Musik liebt, einen Safe Place darstellen sollten.

#iamnotagroupie

 

*Im gesamten Artikel sind mit dem Begriff „Frauen“ nicht nur cis Frauen, sondern auch als weiblich gelesene Personen, Nicht-Binäre-Personen, Personen, die sich weiblich präsentieren gemeint etc. Quasi jeder Mensch, der sich angesprochen fühlt. Unabhängig von seinem „biologischen“ Geschlecht.

 

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Ohrwurmpotenzial #1: Mai

Ich fange diesen Post gerade zum zweiten mal an, weil ich beim ersten Mal nicht wusste, was ich eigentlich genau sagen wollte. Ich wusste was ich machen wollte, aber nicht wie ich es ausdrücken soll.
Es gibt eine neue Kategorie auf diesem Blog! Ich möchte euch gerne jeden Monat einige Lieder ans Herz legen, die mich in diesem Monat besonders oft begleitet haben oder mit denen ich einfach nur einen guten Moment dieses Monats verbinde. Lieblingslieder eben.
Den Anfang macht also der Mai, der extrem geprägt war vom neuen Love A Album, aber auch vom Simple Plan Konzert gestern bei dem ich mir nicht nur einen Jugendtraum erfüllt habe, sondern dieser Band endgültig einen Platz in meinem Herz geschaffen habe.
Aber here we go!
Love A – Nichts ist leicht: Ich gebe zu statt des Openers des neuen Albums Nichts ist leicht, hätte an dieser Stelle auch jedes andere Lied des Albums stehen können. Oder generell jeder andere Love A Song. Das Lied ist top. Das Album noch mehr.
Kettcar – Landungsbrücken raus: Es gibt Lieder, die muss man in bestimmten Situationen einfach hören. Bei mir ist es dieses Lied, wenn ich auch nur einen kleines Stück Hafen im Hamburg vom Zug aus sehen kann. Das ist der Moment in dem ich weiß, dass ich gleich da bin. In einer Stadt, die mich mittlerweile seit 5 Jahren regelmäßig empfängt und die ich einfach sehr liebe.
Simple Plan – Perfect: Nachdem ich mir vorgestern meinen absoluten Jugendtraum erfüllt habe und Simple Plan nach 10 Jahren endlich live sehen konnte, darf diese Band natürlich auch nicht fehlen. Perfect war einer der ersten Songs, die mir gezeigt wurden und auch nach 10 Jahren ist er immer noch einer der liebsten. Obwohl ich in ewig nicht gehört habe, sitzt immer noch jede Zeile. Diese Band gehört wohl für immer in mein Leben. Auch wenn man sie mal aus den Augen verliert.
Turbostaat – Urlaub auf Fuhferden: Die Zuneigung kam spät und mit der Frage wie ich so lange ohne Turbostaat ausgekommen bin. Die erste Monatshälfte lief die Musik auf Shuffle, wobei ich oft mit diesem Lied angefangen habe, weil er einer der wenigen ist deren Titel ich der Musik zuordnen kann.
Schrottgrenze – Zeimaschinen: War ja klar, dass bei meiner Liebe zu dieser Band kein Lied von ihr fehlen darf. Auch hier gilt, dass ich noch mehr hätte nehmen können. Vor allem hat mir Schrottgrenze Anfang des Monats gezeigt, dass alleine auf Konzerte gehen gar nicht so komisch ist. Ganz im allgemeinen wo sind Zeitmaschinen, wenn ich sie brauch, um den Mai noch einmal erleben zu dürfen?
Ich gebe zu Im Endeffekt sind es weniger Lieder geworden, sondern Liebe für einzelne Bands, aber ich hatte bei jeder einzelnen starke Entscheidungsschwierigkeiten, weil es einfach zu viel gute Musik von jeder einzelnen dieser Bands gibt.
Mal schauen, ob es im Juni dann noch abwechslungsreicher werden wird!
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Live #28: Love A (11.05.2017, Münster)

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Am letzten Donnerstag habe ich – ein weiteres Mal – Love A live gesehen. Das erste Mal war tatsächlich schon 2013. Wann genau ist so viel Zeit vergangen? Warum genau habe ich Love A so aus den Augen verloren?

Erst in der letzten Zeit habe ich ihnen, durch den herannahenden Release des mittlerweile 4. Albums (Nichts ist neu)und das Dasein als Vorband bei Turbostaat, wieder meine Aufmerksamkeit geschenkt. Ich wollte definitiv ein Konzert der Tour sehen und auch das neue Album wurde mir sehr ans Herz gelegt. Zuletzt von Mara, das eine Rezension geschrieben hat, die ihr hier nachlesen könnt.

Dementsprechend war ich am Donnerstag auf dem Weg nach Münster. Ich liebe Münster übrigens sehr. Ungefähr überall ist Parkverbot, weil immerhin fahren ja normalerweise auch immer alle mit dem Rad. Da braucht man eben keine Parkplätze.

Für das Gleis nehme ich aber auch jegliches Parkverbot in Kauf. Einer der Läden, die ich vielen anderen in der näheren Umgebung vorziehe, weil er eben unendlich klein ist. Ok, wenn man nicht gerade 2 m groß ist oder vorne steht, sieht man nicht viel, aber die Stimmung war bei meinen Besuchen jedes Mal top.

So auch am vergangenen Donnerstag. Ich will nicht sagen, dass ich aktiv gepogt habe, aber naja ich wurde dann eben einfach gepogt. Wenn man vorne steht, um etwas zu sehen, bleibt das im Gleis einfach nicht aus, glaube ich. Die Brille und der Beutel waren dann auch schnell weggelegt. Wer braucht schon seine Brille, wenn die Bühne nur 30 cm hoch ist und man fast direkt davorsteht?

Love A haben genau das gemacht, was ich erwartet habe: Sie haben dafür gesorgt, dass ich sie schlagartig gut gefunden habe und eine gute Zeit hatte. Nur weil Konzerte einem eine gute Zeit bereiten sollten, heißt es ja nicht, dass es die Bands auch immer schaffen. Donnerstag war aber eben auch alles gut.

Die Setlist war gespickt von Weltpremieren vom neuen Album. Die neuen Lieder in Kombination mit all den anderen älteren Liedern haben im Endeffekt aber auch ganz einfach eine sehr gute Setlist ergeben.

Besonders angetan hat es mir Windmühlen, den ich bestimmt schon das eine oder andere Mal vorher gehört habe, aber eben nicht wirklich bewusst oder so als ob ich ihn wirklich kennen würde. Ich gebs ja offen zu, dass ich nicht ganz so fit bin hinsichtlich Love A, Liedern und ihren Titeln. Donnerstag habe ich den Text volle Wucht gefühlt und war innerlich mehr „Genau das, verdammt nochmal!“:

„Du hast keine Ahnung, wofür mein Herz schlägt! Du hast keine Ahnung, wer ich bin!“ (Love A – Windmühlen)

Genau diese Zeile würde ich gerne vielen Menschen um die Ohren hauen. Auch Menschen, die ich mag.

Irgendwann vor der Zugabe hat mich jemand gefragt, ob mir das Konzert denn gefallen würde und ich habe nur aus großen Augen aufgesehen und „Ja“ gesagt, denn auch wenn ich vielleicht nicht jedes Lied mitsingen konnte und manchmal auch einfach nur ruhig stehen wollte, habe ich diesen ganzen Abend genossen.

Was ich euch eigentlich mit dieser ganzen Sache erzählen wollte, ist wie ich mal wieder live in endgültig eine Band verliebt habe. Klar, ich kannte Love A auch schon vorher und es war nicht gerade ein Blinddate, aber irgendwie war es nie so, dass ich unterwegs war und dachte „Und jetzt hör ich Love A!“.

Genau das hat sich jetzt aber geändert. Seit Freitag läuft Nichts ist neu bei mir jedes Mal, wenn der Plattenspieler angemacht wird. Ich höre auf jeglichen Wegen über den Ipod Love A. Ich habe mir ein verdammtes Kabel ausgeliehen, weil meins weg ist, nur um das Album schnellst möglich auch unterwegs hören zu können. All das sagt doch wirklich schon alles. Ich habe eine Band mal wieder live lieben gelernt und die Liebe auf alle anderen Momente in denen man Musik hören kann übertragen.

So müssen Konzerte von Bands ablaufen, die noch keinen „richtigen“ Platz im Herzen haben. Auf die man sich zwar irgendwie freut, aber gar nicht so genau weiß warum. Für das nächste Konzert weiß ich es jetzt.

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